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»Gegen den Geist des Sozialismus«

Produktinformationen "»Gegen den Geist des Sozialismus«"
  • ça-ira-Verlag
  • Kistenmacher, Olaf
  • 978-3-86259-146-6
  • 13.12.2023
  • 125 x 208 (B/H)
  • 210
  • deutsch
  • 1
  • 156 Seiten
  • 7 %

  • Antisemitismus in der politischen Linken wurde nicht erst nach 1945 zum Thema. Die Kritik daran ist so alt wie die Sache selbst. In der Weimarer Republik waren es ehemalige Gründungsmitglieder der KPD wie Franz Pfemfert oder Anarchosyndikalisten wie Rudolf Rocker, die die antisemitische Agitation während des Schlageter-Kurses kritisierten. Mitte der 1920er Jahre warnte Clara Zetkin auf dem Parteitag der KPD vor judenfeindlichen Stimmungen an der Basis. 1929 erschien im Zentralorgan der um Heinrich Brandler und August Thalheimer gebildeten KPD-Opposition eine der ersten radikalen Kritiken des Antizionismus der KPD. Mit ihrer Kritik knüpften die anarchistischen und kommunistischen Linken an Interventionen von Rosa Luxemburg oder Leo Trotzki an und reflektierten zugleich die Entwicklung in Russland nach der bolschewistischen Revolution. Marx’ Anspruch, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch »ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen« ist, schloss für sie den Kampf gegen Antisemitismus auch in den eigenen Reihen mit ein.


    Rezensionen "»Gegen den Geist des Sozialismus«"

    »In seinem neuen Buch ›Gegen den Geist des Sozialismus‹ untersucht der Historiker Olaf Kistenmacher ebenso akribisch wie aufschlussreich die Judenfeindschaft in der Kommunistischen Partei Deutschlands während der Weimarer Republik. ... In einem Rückblick schildert er darüber hinaus auch die Judenfeindschaft in Russland nach der Oktoberrevolution. Weiter gibt er einen Überblick über die pogromartigen antijüdischen Ausschreitungen in Palästina im August 1929 und informiert über das Verhältnis der Palästinensischen Kommunistischen Partei zur KPD-Opposition, einer Abspaltung der KPD, die 1928/29 nicht zuletzt aus dem Streit über den adäquaten Umgang mit dem wachsenden Erfolg der NSDAP entstanden war.« / Dirk Farke, woxx


    »Aus anarchistischer Perspektive sind Kistenmachers Ausführungen zur Kommunistischen Arbeiter Partei Deutschlands (KAPD) interessant, da diese heute vorwiegend als rätekommunistische Organisation wahrgenommen wird, mit der wir einige Gemeinsamkeiten teilen. Wenig beachtet ist jedoch, dass nach dem Ausschluss eines Teils des linken Flügels der KPD 1919 nicht nur RätekommunistInnen, nebst anderen LinkssozialistInnen und SyndikalistInnen, die KAPD 1920 begründeten und in sie strömten, sondern auch viele NationalbolschewistInnen – die u.a. in Hamburg phasenweise tonangebend waren. So kam es zu nicht wenigen antisemitischen Verbalattacken seitens der KAPD gegen den KPD-Vorsitzenden Paul Levi. Auf der anarchistischen Seite behandelt Kistenmacher vor allem Rudolf Rocker, Emma Goldman und Alexander Berkman. Letztere insbesondere durch ihre Kritik am Antisemitismus in der jungen Sowjetunion.« / Frederik Fuß, Graswurzelrevolution


    »Kistenmacher will bei seiner historischen Rekonstruktion zum Glück nicht herausarbeiten, ›welche Strömung die wenigsten Fehler gemacht hat‹. Er deutet lediglich darauf, dass es zum Dogmatismus und Schüren von Ressentiments in der KPD alternative Positionen gegeben hat – anarchistische, rätekommunistische, und trotzkistische. Doch genauso deutlich wird, dass diese Kritik am Antisemitismus vereinzeltes Beiwerk und Fragment des politischen Kampfes war. Keine Strömung, und sei sie noch so selbstkritisch und antiautoritär gewesen, hatte sich kontinuierlich und systematisch dem Problem des Antisemitismus in der Linken zugewandt.« / Matheus Hagedorny, Versorgerin


    »Kistenmacher liefert einen einführenden Überblick über wichtige zeitgenössische Gegenpositionen zu den antisemitischen Tendenzen innerhalb der KPD, ohne dabei innere Widersprüche der geäußerten Kritik auszublenden. ... Die versammelten Einsprüche gegen den Antisemitismus erzählen allerdings keine Heldengeschichten: ›Der Kritik, an die dieses Buch erinnert, war kein Erfolg beschieden‹, resümiert Kistenmacher. Vielmehr handelt es sich um die bittere Erinnerung an vergangene Momente der Hellsichtigkeit, deren Scheitern spätestens mit dem nationalsozialistischen Vernichtungswahn besiegelt wurde.« / Jan Andres Hartmann, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft


    »Eine zentrale Erkenntnis des Buches lautet, dass der linke Antisemitismus – insbesondere der gegen Israel gerichtete – nicht auf die Erinnerungs- und Schuldabwehr nach dem Holocaust reduziert werden darf, sondern ›an Vorstellungen anknüpfen‹ kann, ›die lange vor dem Zweiten Weltkrieg bestanden‹. Insofern hilft Kistenmachers Buch auch, die gegenwärtigen Ereignisse besser zu verstehen. Es bleibt zu hoffen, dass auch jene, die heute gegen den ›Apartheidstaat Israel‹ und den ›zionistischen Siedlerkolonialismus‹ wettern, sich einmal selbstkritisch mit der Geschichte des linken Antisemitismus befassen. Kistenmachers Buch könnte ein guter Einstieg dafür sein.« / Philipp Lenhard, taz


    Hauptlesemotive: Auseinandersetzen
    Nebenlesemotive: Verstehen
    Produktart: Taschenbuch
    Produktform: Taschenbuch

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